Die Fahrten des Andritzer Kirchenchores haben eine lange Tradition. Hermann Zeyringer entführte ihn zu vielen Zielen u. a nach Rom und Griechenland. Im letzten Jahrzehnt fuhren wir immer wieder in die Heimat unseres Ehrenmitgliedes, des ungarischen Baritons István Szécsi. So konnten wir z.B. Erlau, Debrezen, Szeged, Pécs, Györ, den Balaton erleben. Wir tauchten ein in die ungarische Geschichte und Kultur, in die köstliche Kulinarik und befassten uns mit der Situation der katholischen und reformierten Kirche im Land.
Natürlich wurde viel gesungen. Auch mitreisende Organisten, Pianisten und GesangssolistInnen gaben Proben ihres Könnens. Vor allem István Sécsi ließ seine mächtige Stimme in Kirchen und Weinkellern erklingen. Alles trug zu einem herrlichen gemeinschaftlichen Erlebnis bei.
Diesmal ging es in die sehr lebendige Hauptstadt Budapest. Mitglieder und FreundInnen des Chores und aus der Grazer Musikwelt waren im Juli wieder vier Tage lang begeisterte Bewunderer der Stadt mit langer osmanischer und habsburgischer Geschichte. Stefan Erker stand dem Reiseleiter in Vorbereitung, Finanzierung und Durchführung kompetent zur Seite. Pfarrlich gut begleitet waren wir durch Pastoralreferent Pedro Gante und seine Gattin und Pfarrsekretärin Gerti.
Die Gellert-Zitadelle, das Burgviertel mit Fischerbastei und Matthias-Kirche, der Heldenplatz und die Staatsoper wurden ergangen und „erobert“. Ein weiterer faszinierender Höhepunkt war die abendliche Donau-Schifffahrt vorbei am beeindruckenden Parlament mit seinen 691 Räumen und 10 Innenhöfen. Mit einbrechendem Abendhimmel war dann die ganze Skyline rechts und links der Donau prächtig beleuchtet. Wahrlich eine Weltstadt mit Charme und einer großen Zahl an Touristen!
Die Brücken, die die Stadthälften Buda und Pest verbinden, haben geschichtsträchtige Namen, die prachtvollen Bauten erinnern vor allem an österreich-ungarische Zeit. An vielen Stellen trifft man auf den hl. Stefan, den ersten König, der das Volk der Magyaren zum Christentum geführt hat. Auf ihn sind die Ungarn besonders stolz und ihm ist die große St-Stefan-Basilika geweiht.
Die Große Synagoge mit ihrer seltenen Orgel erinnert an die große und tragische Geschichte der Juden in Ungarn: 500.000 wurden Opfer des Holocausts. Istváns Bruder Jozsef ist übrigens der Begründer der jüdisch-christlichen Gesellschaft, die sich um Dialog und Versöhnung bemüht.
Den Ausklang bildeten der Besuch der weltberühmten Unicum-Likörfabrik und der Markthalle mit vielen Köstlichkeiten sowie der barocken Altstadt von Stuhlweissenburg, der ehemaligen Haupt- und Krönungsstadt.