Ulrichsfest und Primiz: Unter einem guten Schirm

Seit mehr als vier Jahrzehnten ist es in Andritz feste Tradition, das Fest rund um den Gedenktag des heiligen Ulrich (4. Juli) unter freiem Himmel zu begehen. Heuer meinte es das Wetter besonders gut: Angenehme Temperaturen und der dichte Schatten der Bäume und Sonnenschirme boten den zahlreichen Mitfeiernden idealen Schutz – ganz im Sinne des Festmottos „Unter einem guten Schirm“.
Ein starkes Zeichen der Gemeinschaft
Gemeinsam mit dem Primizianten Elijah Kwizera feierte eine große Anzahl an Priestern am Altar mit. Viele Ministranten und Vertreter der Ordensgemeinschaften aus dem gesamten Seelsorgeraum Graz-Nord setzten ein kraftvolles Zeichen der Verbundenheit.
Die Festpredigt hielt Mag. Thorsten Schreiber, Regens des Grazer Priesterseminars und designierter Domherr. Er fand sehr persönliche Worte und teilte tiefe, lebensnahe Einblicke in die Freuden und Herausforderungen des Priesterseins. Die Vielfalt des Seelsorgeraumes spiegelte sich auch in den Fürbitten wider, die von verschiedenen pfarrlichen Gruppen und Ordensgemeinschaften gestaltet wurden.
Vom „achten Sakrament“ zur Priesterweihe
Ein emotionaler Höhepunkt war der Rückblick von SR Leiter Pfarrer Mag. Johannes Baier. Mit viel Herz und Humor ließ er die vergangenen zwei Jahre Revue passieren, in denen er aber auch andere Elijah Kwizera als Praktikanten begleitet haben.
Pfarrer Baier schilderte den Weg des jungen Geistlichen in die österreichische Kultur: Vom Kennenlernen der „Fleischweihe“ – scherzhaft als achtes steirisches Sakrament bezeichnet – über die Tücken des steirischen Dialekts bis hin zu den ersten Fahrstunden. Auch die weniger charmanten Eigenheiten des heimischen Straßenverkehrs, wie Hupen oder das „Vogel-Zeigen“ der Autofahrer, sorgten für Schmunzeln in den Bankreihen. Vor allem aber würdigte Baier die beeindruckende geistliche Entwicklung Elijahs, die Ende Juni mit der Priesterweihe im Grazer Dom ihren Höhepunkt fand.
Tränen der Dankbarkeit und Gottes Segen
Sichtlich bewegt ergriff im Anschluss der Primiziant selbst das Wort. Elijah Kwizera bedankte sich bei der feiernden Gemeinde und seinen Wegbegleitern, allen voran bei Johannes Baier. In der von Freuden- und Dankestränen erfüllten Atmosphäre spürte man die tiefe Verbundenheit zwischen dem Neupriester und der feiernden Gemeinde.
Nach dem Gottesdienst nutzten viele Gläubige in der Ulrichskirche die Gelegenheit, den persönlichen Primizsegen zu empfangen. Das anschließende Fest bot bei bester Kulinarik und musikalischer Umrahmung reichlich Platz für Begegnung, Austausch und ein gemütliches Miteinander.
Sein Primizspruch aus dem Psalm 116 bringt seine Berufung auf den Punkt: „Wie kann ich dem Herrn vergelten all das Gute, das er mir erwiesen hat?“ Seine Priesterweihe versteht er als Antwort auf den Ruf Gottes und seinen künftigen Dienst als Begleitung der Menschen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg.
Viel Segen und Freude dabei!
Christian Kronheim
PGR Andritz, SR Graz-Nord
